Vier Wege, auf denen Wasser ins Haus kommt
- Oberflächenwasser: Starkregen oder Flusshochwasser steht am Gebäude und läuft durch Lichtschächte, Kellerfenster, Türen, Garagenzufahrten und Kellertreppen hinein.
- Kanalrückstau: Die Kanalisation ist überlastet, Abwasser drückt durch Bodenabläufe, Duschen und Toiletten im Keller nach oben. Mehr dazu unter Kanalrückstau.
- Grundwasser: Nach langem Regen oder Hochwasser steigt das Grundwasser und drückt durch Bodenplatte, Fugen und Rohrdurchführungen. Das kommt oft verzögert, Tage nach dem Ereignis.
- Versagende Technik: Die Pumpe im Pumpensumpf fällt aus, der Strom ist weg, eine Rückstauklappe klemmt.
Die Unterscheidung ist nicht akademisch. Sie entscheidet, welche Schutzmaßnahme greift, und ob und wie die Versicherung zahlt.
Wie gefährdet ist Dein Haus?
Starkregen kann grundsätzlich überall auftreten, betont der GDV, auch weit weg von jedem Fluss. Die Kanalisation in Siedlungen ist laut Hochwasserschutzfibel des Bundes überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen nicht für solche Ereignisse ausgelegt. Das Wasser sucht sich dann den Weg über die Oberfläche.
Gefährdet sind vor allem Häuser in Senken, am Fuß von Hängen und an Straßen, auf denen sich Wasser sammelt. Die Fibel nennt sogar Straßennamen wie „Im Tal“ oder „Mühlenstraße“ als möglichen Hinweis. Verlässlicher sind Karten: Viele Kommunen veröffentlichen Starkregengefahrenkarten, die Bundesländer Hochwassergefahrenkarten. Und schau Dir an, was bei Dir schon passiert ist: Wo stand nach dem letzten Gewitter Wasser auf dem Grundstück?
Vorsorge am Gebäude
Wasser draußen halten
- Lichtschächte mindestens 15 cm über Gelände aufstocken (BBK)
- Eingänge 15 bis 20 cm über das umgebende Gelände legen, Schwellen an Kellertreppen (BBK)
- Hochwasserbeständige Fenster und Türen, wo Wasser anstehen kann (Hochwasserschutzfibel)
Kanal und Grundwasser
- Rückstausicherung für alle Abläufe unterhalb der Rückstauebene
- Abdichtung von Wänden, Fugen und Rohrdurchführungen gegen drückendes Wasser
- Pumpensumpf mit Tauchpumpe an der tiefsten Stelle, laut BBK am besten mit Notstrom
Schaden begrenzen
- Elektrik im Keller nach oben verlegen oder getrennt abschaltbar machen (Hochwasserschutzfibel)
- Keine wertvollen Dinge direkt auf den Kellerboden stellen (GDV)
- Versicherungsschutz prüfen, dazu unten mehr
Wenn das Wasser kommt – und danach
Die wichtigste Regel des BBK: Halte Dich während eines Hochwassers nicht im Keller auf. Schon wenige Dezimeter Wasser können laut Hochwasserschutzfibel lebensgefährlich werden, wenn Türen sich nicht mehr öffnen lassen oder Strom im Spiel ist. Überflutete Räume solltest Du nur betreten, wenn sicher ist, dass der Strom abgeschaltet ist.
- Vorher: Rückstauklappen prüfen und schließen, elektrische Geräte und Heizung in gefährdeten Räumen abschalten, notfalls die Sicherung raus
- Währenddessen: in höher gelegenen Räumen bleiben, Notruf 112 nur im Notfall
- Auspumpen erst, wenn draußen der Wasserstand sinkt, sonst drohen Auftriebsschäden
- Danach: Schäden fotografieren und dokumentieren, die Versicherung informieren, schnell trocknen und Bausubstanz, Öltank und Elektrik vom Fachbetrieb prüfen lassen
Versicherung: was gedeckt ist und was nicht
Schäden durch Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau sind laut GDV nur mit einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung abgesichert, nicht mit der normalen Wohngebäudeversicherung. Rund 41 % der Wohngebäude in Deutschland haben diesen Schutz nicht. Die Hochwasserschutzfibel ergänzt zwei wichtige Punkte: Bei Kanalrückstau zahlen Versicherer nur, wenn eine fest installierte Sicherung wie Rückstauverschluss oder Hebeanlage versagt hat. Und Schäden durch eindringendes Grundwasser sind in der Regel nicht versicherbar, außer es tritt hochwasserbedingt an die Oberfläche und läuft von dort ins Haus.
Auch Mieterinnen und Mieter sollten nachsehen, ob ihre Hausratversicherung Elementarschäden einschließt.
Was Drainbee leisten kann – und was nicht
Gegen Wasser, das über die Kellertreppe hereinläuft, hilft kein Sensor. Drainbee erkennt auch kein Wasser auf dem Boden. Die Sonde misst den Pegel in einem Pumpensumpf oder einer Hebeanlage, also dort, wo ein Keller dauerhaft auf eine Pumpe angewiesen ist.
Genau dort entstehen viele Kellerüberschwemmungen ohne Hochwasser vor der Tür: Die Pumpe fällt aus, der Schwimmer klemmt, der Strom ist weg. Drainbee meldet, wenn der Pegel über Deinen Schwellenwert steigt, wenn der Strom ausfällt und wenn das WLAN wegbricht, per Push oder Anruf-Alarm in der App. Das verschafft Zeit, bevor der Schacht überläuft. Bei einem Hochwasser, das von außen kommt, ersetzt es keine der Maßnahmen oben.
Häufige Fragen
Was sollte ich sofort tun bei einer Überschwemmung im Keller?
Zahlt die Versicherung bei einer Überschwemmung?
Wann darf ich den überfluteten Keller auspumpen?
Woher weiß ich, ob mein Haus überschwemmungsgefährdet ist?
Quellen
- GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)
- BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Hochwasser – Was tun bei Hochwasser? (öffnet in neuem Tab)
- BBK: Starkregen – Schutz vor Naturgefahren (öffnet in neuem Tab)