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Was ist ein Bodenablauf?

Ein Bodenablauf ist ein in den Boden eingelassener Abfluss, der Oberflächenwasser im Keller aufnimmt und in die Kanalisation leitet. Bodenabläufe befinden sich typischerweise in Waschküchen, Heizungsräumen oder Werkstätten. Liegt der Bodenablauf unterhalb der Rückstauebene, ist er bei Kanalrückstau ein direkter Eintrittspunkt für Abwasser.

Von Jonas Derissen, Geschäftsführer der Drainbee GmbH 4 Min. Lesezeit Aktualisiert

Auf einen Blick

Sperrwasser im Geruchsverschluss
50 mm
Notverschluss betätigen
Monatlich
Wartung Rückstauverschluss
2× im Jahr
Rückstauschutz unter der Ebene
Pflicht

Aufbau: Rost, Geruchsverschluss, Anschluss

Ein Bodenablauf besteht aus dem Ablaufkörper, der in die Bodenplatte eingelassen ist, einem Rost obenauf, oft einem herausnehmbaren Schlammeimer und dem Geruchsverschluss. Darunter geht es in die Grundleitung und weiter zum Kanal.

Der Geruchsverschluss ist ein kleiner Wasservorrat, der den Weg für Kanalgase versperrt. Die Produktnorm DIN EN 1253-1 regelt Bodenabläufe mit einer Geruchsverschlusshöhe von mindestens 50 mm. Das Problem im Keller: Viele Abläufe bekommen monatelang kein Wasser. Dann verdunstet die Sperre, und es riecht nach Kanal. Ein Eimer Wasser in regelmäßigen Abständen hält den Verschluss gefüllt.

Alte Keller haben oft gusseiserne Abläufe ohne jede Rückstausicherung. Sie leiten Wasser zuverlässig ab, lassen es bei Rückstau aber genauso zuverlässig herein.

Warum der Kellerablauf bei Rückstau zum Problem wird

Ein Bodenablauf im Keller ist eine offene Verbindung zum Kanal. Steigt dort das Wasser, etwa weil ein Starkregen die Mischwasserkanalisation überlastet, drückt es durch die Grundleitung nach oben. Bis zu welcher Höhe das passieren kann, beschreibt die Rückstauebene. Sie legt die Gemeinde fest; ohne Festlegung gilt nach DIN 1986-100 die Straßenoberkante an der Anschlussstelle. Jeder Ablauf darunter ist bei Kanalrückstau gefährdet.

Was dann herauskommt, ist kein Regenwasser, sondern Abwasser aus dem Kanal. Deshalb verpflichten die Entwässerungssatzungen der Gemeinden die Eigentümer, Abläufe unterhalb der Rückstauebene zu sichern. Wer das nicht tut, haftet nach Auskunft der Verbraucherzentrale für Rückstauschäden selbst.

Drei Wege, einen Bodenablauf zu sichern

Ablauf mit eingebautem Rückstauverschluss

  • Der Rückstauverschluss sitzt direkt im Ablaufkörper, oft mit zwei Klappen und einem handbedienbaren Notverschluss
  • Beispiel: der Kessel-Kellerablauf Drehfix, ein Rückstauverschluss Typ 5 nach DIN EN 13564, der in die Aussparung alter Gussabläufe passt
  • Nur für fäkalienfreies Abwasser, also Waschmaschine, Dusche, Bodenwasser

Rückstauverschluss in der Leitung

  • Eine Rückstauklappe in der Grundleitung sichert alle Abläufe dahinter
  • Angeschlossen werden dürfen nur Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene; Wasser von oberhalb gehört nicht über die Klappe
  • Eine einzige zentrale Klappe für das ganze Haus ist unzulässig

Hebeanlage

  • Eine Hebeanlage pumpt das Abwasser über eine Schleife über die Rückstauebene
  • Der Ablauf bleibt auch während des Rückstaus nutzbar
  • Braucht Strom und regelmäßige Wartung

Typische Probleme und was Du selbst prüfen kannst

  • Kanalgeruch: Der Geruchsverschluss ist ausgetrocknet. Wasser nachgießen.
  • Wasser läuft langsam ab: Schlammeimer voll oder Klappen verschmutzt. Rost abnehmen, Eimer leeren, Klappen von Haaren und Flusen befreien.
  • Klappe schließt nicht: Schmutz oder Kalk am Dichtsitz. Bei Rückstau steht das Abwasser dann trotzdem im Keller.
  • Notverschluss vergessen: Ist er zu, fließt auch Dein eigenes Wasser nicht ab, zum Beispiel aus der Waschmaschine.

Für Rückstauverschlüsse gilt nach den Betreiberregeln analog DIN 1986-3: einmal im Monat den Notverschluss betätigen und so die Funktion prüfen. Die Wartung durch eine fachkundige Person ist laut Hochwasserschutzfibel des Bundes halbjährlich Pflicht; Kessel und andere Hersteller nennen die Intervalle in der Anleitung. Dabei werden Klappen gereinigt, Dichtungen geprüft und die Dichtheit getestet. Das ist auch eine Frage der Versicherung: Wer Rückstausicherungen nicht prüfen und warten lässt, riskiert laut Verbraucherzentrale seinen Versicherungsschutz.

Einen Fachbetrieb brauchst Du, wenn ein alter Ablauf ohne Rückstausicherung nachgerüstet werden soll, wenn unklar ist, wo die Rückstauebene liegt, oder wenn eine Klappe beschädigt ist.

Wo Drainbee passt – und wo nicht

Ehrlich gesagt: Ein Bodenablauf ist kein Ort für Drainbee. Die Sonde braucht einen Schacht mit stehendem Wasser, also einen Pumpensumpf oder eine Hebeanlage. Rückstau, der durch einen Bodenablauf hochdrückt, sieht Drainbee nicht. Wer dort gewarnt werden möchte, legt einen Wassermelder direkt vor den Ablauf.

Hat Dein Keller zusätzlich einen Pumpensumpf oder eine Hebeanlage, ist das die Stelle, an der Drainbee den Pegel misst und bei Schwellenwert, Stromausfall oder WLAN-Verlust Alarm gibt.

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Häufige Fragen

Braucht jeder Bodenablauf eine Rückstausicherung?
Jeder Bodenablauf unterhalb der Rückstauebene muss gegen Rückstau gesichert werden. Bodenabläufe oberhalb der Rückstauebene benötigen keine zusätzliche Sicherung.
Warum riecht der Bodenablauf im Keller nach Kanal?
Meist ist der Geruchsverschluss ausgetrocknet. Er funktioniert nur, solange Wasser darin steht; Abläufe nach DIN EN 1253-1 haben dafür eine Sperrwasserhöhe von mindestens 50 mm. Im Keller fließt oft monatelang nichts hinein, und das Wasser verdunstet. Gieß regelmäßig einen Eimer Wasser nach. Riecht es trotzdem, kann der Verschluss beschädigt oder schlecht eingesetzt sein.
Wie oft muss ich die Rückstausicherung im Bodenablauf prüfen?
Selbst einmal im Monat: Notverschluss betätigen und wieder öffnen, so bleibt er gängig. Dazu kommt die Wartung durch eine fachkundige Person, die laut Hochwasserschutzfibel des Bundes halbjährlich vorgeschrieben ist. Halte Dich an die Intervalle in der Anleitung Deines Herstellers. Ungewartete Rückstausicherungen können im Schadensfall den Versicherungsschutz kosten.
Kann ich einen alten Gussablauf nachrüsten?
Oft ja. Es gibt Kellerabläufe mit integriertem Rückstauverschluss, die gezielt für die Sanierung gebaut sind und in die Aussparung alter Gussabläufe passen, etwa den Kessel Drehfix. Sie eignen sich nur für fäkalienfreies Abwasser. Ob das bei Dir passt und ob nicht doch eine Klappe in der Leitung oder eine Hebeanlage sinnvoller ist, klärt ein Fachbetrieb.

Quellen

  1. DIN Media: DIN EN 1253-1:2015-03 Abläufe für Gebäude – Teil 1: Bodenabläufe mit Geruchverschluss (öffnet in neuem Tab)
  2. KESSEL: Kellerablauf Drehfix (öffnet in neuem Tab)
  3. BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
  4. Verbraucherzentrale: Starkregen-Überflutung und Rückstau: So läuft das Haus nicht voll Wasser (2026) (öffnet in neuem Tab)
  5. EWF Frankenthal: Regeln für den Betrieb und die Wartung von Anlagen des Rückstauschutzes (analog DIN 1986-3) (öffnet in neuem Tab)

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