Die fünf Bausteine
- Drainage – gelochte Rohre in einer Kiespackung rund um das Fundament sammeln Sicker- und Schichtenwasser, bevor es an der Kellerwand ansteht. Planung und Bemessung regelt DIN 4095, deren Teil 1 im Juni 2026 neu erschienen ist.
- Pumpensumpf mit Tauchpumpe – der tiefste Punkt, an dem Drainage- und Sickerwasser zusammenläuft. Ein Schwimmerschalter startet die Pumpe, die das Wasser über eine Druckleitung nach oben fördert.
- Bodenablauf – nimmt Wasser im Keller auf, etwa von Waschmaschine oder Bodenreinigung.
- Hebeanlage – pumpt Abwasser aus Toiletten, Duschen oder Waschbecken unterhalb der Rückstauebene in den Kanal. Anforderungen dafür stehen in DIN EN 12056-4.
- Rückstausicherung – verhindert, dass Wasser aus dem öffentlichen Kanal zurück ins Haus drückt.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Pumpensumpf und Hebeanlage: Der Sumpf sammelt in der Regel sauberes Grund- und Sickerwasser, die Hebeanlage fäkalienhaltiges oder fäkalienfreies Abwasser.
Die wichtigste Regel: die Rückstauebene
Bei starkem Regen kann der Kanal so voll laufen, dass das Wasser in den Anschlussleitungen bis zur Rückstauebene steigt – meist die Straßenoberkante an der Anschlussstelle, sofern die Entwässerungssatzung nichts anderes festlegt. Jede Ablaufstelle darunter muss nach DIN 1986-100 gegen Rückstau gesichert sein.
Dafür gibt es zwei Wege: Eine Hebeanlage pumpt das Wasser über eine Rückstauschleife oberhalb der Rückstauebene und hält den Keller auch während des Rückstaus nutzbar. Ein Rückstauverschluss (Rückstauklappe) schließt bei Rückstau – solange er zu ist, läuft aus dem Keller aber auch nichts ab. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Eigentümer für Rückstauschäden selbst haften, wenn sie entgegen der kommunalen Entwässerungssatzung keine Sicherung eingebaut haben.
Wohin mit dem Drainagewasser?
Ob Drainagewasser in den Kanal darf, entscheidet nicht die Technik, sondern die Entwässerungssatzung Deiner Gemeinde. Oft ist der Anschluss an den Schmutzwasserkanal gar nicht oder nur mit Genehmigung erlaubt; Alternativen sind Regenwasserkanal, Versickerung oder ein Gewässer. Frag bei Planung oder Umbau beim örtlichen Abwasserbetrieb nach.
Ebenso wichtig: Wenn die Pumpe aus dem Pumpensumpf in einen Kanal fördert, braucht die Druckleitung eine Schleife über die Rückstauebene. Sonst kann bei Rückstau Kanalwasser über die Pumpenleitung zurück in den Sumpf laufen.
Planung: Was zusammenpassen muss
- Pumpe und Zulauf: Fördermenge und Förderhöhe müssen zur größten zu erwartenden Wassermenge und zur Höhe bis zum Auslauf passen. Eine zu knapp ausgelegte Tauchpumpe verliert beim Starkregen das Rennen.
- Sumpfvolumen und Schaltpunkte: Ein zu kleiner Schacht lässt die Pumpe sehr oft kurz anlaufen; das verschleißt Motor und Schwimmerschalter.
- Rückschlagventil in der Druckleitung, damit das geförderte Wasser nicht zurückläuft.
- Stromausfall: Ohne Strom läuft keine Pumpe. Wer im Grundwasser oder in einer Senke wohnt, sollte über eine Zweitpumpe, eine Notstromlösung oder zumindest einen Alarm nachdenken.
- Zugänglichkeit: Schacht, Pumpe und Rückstauverschluss müssen sich ohne großen Aufwand erreichen und warten lassen.
Wartung: wer, was, wie oft
Für Abwasserhebeanlagen nennt DIN EN 12056-4 feste Intervalle für die Wartung durch einen Fachkundigen: jährlich im Einfamilienhaus, halbjährlich im Mehrfamilienhaus, vierteljährlich in Gewerbebetrieben. Hebeanlagen und Rückstauverschlüsse müssen laut Verbraucherzentrale regelmäßig geprüft und gewartet werden – sonst riskierst Du im Schadenfall Deinen Versicherungsschutz.
Was Du selbst tun kannst:
- Pumpensumpf mit einem Eimer Wasser füllen und prüfen, ob die Pumpe anspringt, abpumpt und wieder abschaltet.
- Schlamm und Sand aus dem Schacht entfernen, den Schwimmer frei beweglich halten.
- Rückstauverschluss nach Herstellerangabe betätigen und auf Dichtheit prüfen.
- Kontrollschächte der Drainage öffnen; verschlammte Leitungen spülen lassen.
Versicherung: Rückstau ist Elementar
Läuft Wasser durch Rückstau aus dem Kanal oder nach Starkregen in den Keller, zahlt die normale Wohngebäudeversicherung nicht. Dafür brauchst Du eine Elementarschadenversicherung – laut GDV hatten Ende 2025 rund 41 % der Wohngebäude in Deutschland keinen solchen Schutz. Ein geplatztes Rohr im Haus ist dagegen ein Leitungswasserschaden (siehe Rohrbruch).
Bewahre die Wartungsprotokolle von Hebeanlage und Rückstauverschluss auf. Im Schadenfall sind sie oft der Nachweis, dass Du Deine Pflichten erfüllt hast.
Überwachung: wo Drainbee ansetzt
Die meisten Bausteine fallen still aus: Ein klemmender Schwimmer oder eine defekte Pumpe zeigt sich erst, wenn das Wasser kommt. Drainbee misst mit einer Drucksonde den Pegel im Pumpensumpf oder im Schacht der Hebeanlage, zeichnet Pumpenläufe und Zulauf auf und alarmiert Dich per App, wenn ein Schwellwert überschritten wird, der Strom ausfällt oder das WLAN wegbricht.
Drainbee steuert die Pumpe nicht, und es sieht nur, was im überwachten Schacht passiert. Ob ein Rückstauverschluss schließt oder Wasser auf dem Kellerboden steht, erkennt es nicht – dafür sind Wartung und Wassermelder da.
Häufige Fragen
Was gehört zu einer vollständigen Kellerentwässerung?
Was kostet eine Kellerentwässerung?
Wie oft muss eine Hebeanlage gewartet werden?
Quellen
- DIN Media: DIN 1986-100:2016-12 – Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke – Teil 100 (öffnet in neuem Tab)
- DIN Media: DIN 4095-1:2026-06 – Baugrund – Einwirkungen auf erdberührte Bauteile durch Wasser im Baugrund und Dränung zum Schutz der Bauteile – Teil 1 (öffnet in neuem Tab)
- KSB: Inspektion und Wartung – Intervalle nach DIN EN 12056-4 (Flyer, 2020) (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale: Starkregen-Überflutung und Rückstau: So läuft das Haus nicht voll Wasser (2026) (öffnet in neuem Tab)
- GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)