So funktioniert eine Rückstauklappe
Im Normalbetrieb drückt das ablaufende Wasser die Klappe auf. Kehrt sich die Fließrichtung um, fällt sie zu und dichtet die Leitung ab. Zusätzlich hat sie einen Notverschluss, den Du von Hand verriegeln kannst, etwa vor dem Urlaub oder wenn Rückstau angekündigt ist.
Die DIN EN 13564 unterscheidet mehrere Typen. Für den Keller sind vor allem diese wichtig:
- Typ 2 — zwei selbsttätige Verschlüsse, von denen sich einer zusätzlich von Hand verriegeln lässt (Notverschluss), für fäkalienfreies Abwasser wie Waschmaschine, Dusche oder Waschbecken
- Typ 3 mit Kennzeichnung „F" — ein mit Fremdenergie betriebener Verschluss und ein davon unabhängiger Notverschluss. Nur dieser Typ ist für fäkalienhaltiges Abwasser zugelassen, also für eine Toilette im Keller.
- Typ 5 — in einen Bodenablauf eingebaut, ebenfalls mit zwei selbsttätigen Verschlüssen. Das ist der klassische „Bodenablauf mit Rückstauklappe".
Ein Hinweis zur Sprache: Im Alltag wird oft von einer Rückschlagklappe gesprochen. Handelsübliche Rückschlagklappen sind allerdings häufig etwas anderes, nämlich Rückflussverhinderer, die an den Druckstutzen einer Pumpe geschraubt werden und das Leerlaufen der Druckleitung verhindern. Sie schützen die Pumpe, nicht den Keller vor Kanalrückstau. Wenn Du Rückstauschutz brauchst, achte auf ein geprüftes Produkt nach DIN EN 13564 im passenden Typ.
Wasser im Keller trotz Rückstauklappe: woran liegt's?
Eine vorhandene Klappe ist kein Freibrief. Diese Ursachen stecken meist dahinter:
- Die Klappe war verschmutzt — Fett, Kalk, Haare oder ein Stein auf der Dichtfläche reichen. Die Klappe fällt zu, schließt aber nicht dicht.
- Nur ein Verschluss statt zwei — für fäkalienfreies Abwasser sind die Typen 2, 3 und 5 vorgesehen, also Geräte mit zwei selbsttätigen Verschlüssen oder mit Fremdenergie. Ältere Einfachklappen bieten weniger Sicherheit.
- Nicht alle Abläufe sind gesichert — oft hängt nur ein Ablauf hinter der Klappe. Steht der Kanal voll, kommt das Wasser über den ungesicherten Bodenablauf, die Kellerdusche oder eine alte, vergessene Leitung.
- Falscher Typ für Fäkalien — für eine Toilette unterhalb der Rückstauebene ist nur Typ 3 mit Kennzeichnung „F" zulässig. Wird der Ablauf während des Rückstaus gebraucht oder stehen wesentliche Sachwerte im Raum, ist ohnehin eine Hebeanlage vorgeschrieben.
- Es war gar kein Rückstau — kommt klares, geruchloses Wasser durch die Bodenplatte oder die Wandfuge, war es Grundwasser. Läuft es während des Regens über Lichtschacht oder Kellertreppe herein, war es Oberflächenwasser. Gegen beides hilft keine Rückstauklappe.
- Der Notverschluss stand offen — er ersetzt die Wartung nicht, aber bei angekündigtem Starkregen ist er die letzte Reserve.
Der unangenehme Teil daran: Ein Fehler an der Rückstauklappe fällt meist erst im Rückstaufall auf, und dann ist es zu spät. Deshalb ist die Wartung kein Papierkram, sondern der eigentliche Schutz.
Wartung: zweimal im Jahr
Merkblätter kommunaler Abwasserbetriebe und die Hochwasserschutzfibel des Bundes nennen zweimal pro Jahr als Wartungsintervall für Rückstauverschlüsse. Dazu kommt einmal im Monat eine Sichtkontrolle, bei der Du den Notverschluss betätigst. Bei elektrisch betriebenen Anlagen vom Typ 3 gehört das in die Hand eines Fachbetriebs.
Was zur Wartung gehört:
- Klappen und Dichtflächen reinigen, Ablagerungen entfernen
- Dichtungen auf Risse und Verhärtung prüfen und bei Bedarf tauschen
- Beweglichkeit der Verschlüsse prüfen, Mechanik gängig halten
- Notverschluss betätigen, damit er nicht festsitzt
- Bei elektrischen Anlagen die Steuerung, den Alarm und die Notstromversorgung prüfen
Heb die Nachweise auf. Wenn Du gegen Rückstauschäden versichert bist, kann der Versicherer im Schadensfall den Nachweis einer ausreichenden Wartung verlangen. Genau dieser Punkt wird erfahrungsgemäß oft übersehen.
Was Drainbee dabei leisten kann und was nicht
Drainbee misst den Wasserstand in einem Pumpensumpf oder im Sammelschacht einer Hebeanlage, mit ± 1 cm im Bereich 0 bis 1 m. Wenn Dein Keller über einen solchen Schacht entwässert wird, siehst Du in der App, wie er sich bei Starkregen verhält: ob der Pegel ungewöhnlich steigt, wie oft die Pumpe schaltet und wie viel Wasser zuläuft. Alarm bekommst Du bei Schwellenwert, Stromausfall und WLAN-Verlust, als Push oder als Anruf-Alarm in der App. Preis: 298 € einmalig, kein Abo.
Ehrlich bleiben muss man dabei: Drainbee prüft nicht, ob Deine Rückstauklappe dicht schließt. Es sitzt nicht in der Abwasserleitung und kennt den Zustand der Dichtflächen nicht. Dringt Wasser über einen ungesicherten Bodenablauf in einen Raum ohne Schacht, misst der Sensor davon nichts. Für Wasser auf dem Fußboden ist ein Wassermelder das passende Gerät.
Die Rückstauklappe hält das Kanalwasser draußen. Die zweimalige Wartung hält sie funktionsfähig. Und ein Pegelsensor im Schacht zeigt Dir, wie viel Reserve Dein Keller bei Starkregen noch hat.
Häufige Fragen
Warum habe ich Wasser im Keller trotz Rückstauklappe?
Wie oft muss eine Rückstauklappe gewartet werden?
Reicht eine Rückstauklappe für eine Toilette im Keller?
Was passiert, wenn die Rückstauklappe nicht schließt?
Quellen
- DNWAB: Kundeninformation Rückstauverschlüsse nach EN 12056, DIN 1986-100 und EN 13564 (2024) (öffnet in neuem Tab)
- DIN Media: DIN EN 13564-1 Rückstauverschlüsse für Gebäude – Teil 1: Anforderungen (öffnet in neuem Tab)
- BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale: Starkregen-Überflutung und Rückstau: So läuft das Haus nicht voll Wasser (2026) (öffnet in neuem Tab)