Aufbau: wohin das Wasser im Schacht abläuft
Lichtschächte sind Fertigteile aus Kunststoff oder Beton, die vor dem Kellerfenster an die Wand gesetzt werden. Oben liegt ein Gitterrost, unten muss das Regenwasser weg, das durch den Rost fällt. Dafür gibt es zwei Lösungen:
- Versickerung: Der Boden des Schachts ist offen oder mit Kies gefüllt, das Wasser sickert ins Erdreich. Das klappt auf durchlässigem Boden. Auf Lehm oder bei hohem Grundwasser bleibt das Wasser stehen.
- Ablauf mit Anschluss: Ein Ablauf im Schachtboden führt in die Drainage oder in die Grundleitung zum Kanal.
Die zweite Variante hat einen Haken, den viele übersehen: Liegt der Schachtboden unter der Rückstauebene und ist der Ablauf an den Kanal angeschlossen, kann bei Kanalrückstau Abwasser von unten in den Schacht steigen. Die Hochwasserschutzfibel des Bundes nennt für hochwasserbeständige Lichtschächte deshalb ausdrücklich eine Rückstausicherung im Ablauf.
Wie Wasser über den Lichtschacht in den Keller kommt
Der Versicherungsverband GDV nennt Lichtschächte ausdrücklich als einen der Wege, über die bei Starkregen Wasser ins Gebäude kommt. Typisch sind diese Fälle:
- Oberflächenwasser läuft über den Rand: Die Oberkante liegt zu niedrig, oder das Gelände fällt zum Haus hin ab.
- Der Ablauf ist verstopft: Laub, Erde und Kleintiere setzen ihn zu. Dann füllt sich der Schacht schon mit dem Regen, der durch den Rost fällt.
- Rückstau durch den Ablauf: Kanalwasser steigt von unten in den Schacht, wenn der Ablauf ungesichert unter der Rückstauebene angeschlossen ist.
- Schwallwasser vom Dach: Eine überlaufende Dachrinne über dem Schacht schüttet zusätzliches Wasser hinein.
- Undichte Anschlüsse: Zwischen Schacht und Wand oder am Fenster selbst drückt Wasser durch, sobald es im Schacht steht.
Steht der Schacht voll, hält das Kellerfenster meist nicht lange. Normale Fenster sind dafür nicht gebaut; selbst hochwasserbeständige Fenster haben laut Hochwasserschutzfibel eine maximale Einstauhöhe. Ein einziger verstopfter Lichtschacht kann reichen, um einen Kellerraum unter Wasser zu setzen.
Was hilft: von der Laubabdeckung bis zum druckdichten Schacht
Einfach und günstig
- Feinmaschiges Laubschutzgitter unter dem Rost oder eine Abdeckung gegen Regen
- Ablauf und Kies regelmäßig von Laub und Schlamm befreien
- Dachrinnen über dem Schacht abdecken, damit kein Schwallwasser vom Dach hineinläuft, so rät es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK)
Am Gelände
- Lichtschächte mindestens 15 cm über die Geländeoberkante aufstocken (BBK)
- Das Gelände so modellieren, dass Wasser vom Haus weg fließt
- Prüfen, ob der Schacht in einer Senke oder einem Fließweg liegt; viele Kommunen veröffentlichen Starkregengefahrenkarten
Baulich
- Ablauf unter der Rückstauebene mit Rückstausicherung ausstatten oder umschließen
- Hochwasserbeständige, druckdichte Lichtschächte dicht an der Wand montieren lassen
- Hochwasserbeständige Kellerfenster mit angegebener maximaler Einstauhöhe
Was Du selbst prüfen kannst
- Ablauftest: Gieß einen Eimer Wasser in den Schacht. Ist er nach kurzer Zeit leer, ist der Ablauf frei. Bleibt eine Pfütze stehen, muss er gereinigt werden.
- Höhe: Miss, wie weit die Oberkante über dem Gelände liegt, und schau, wohin Regenwasser auf Rasen, Terrasse oder Einfahrt fließt.
- Ablauf-Anschluss: Frag nach oder schau in die Pläne, wohin der Ablauf führt. Geht er in den Kanal, und liegt der Schacht unter Straßenniveau, ist eine Rückstausicherung Pflichtthema.
- Fuge und Fenster: Risse zwischen Schacht und Wand, poröse Fensterdichtungen, Feuchteflecken unter dem Fenster innen.
- Dach: Liegt eine Dachrinne oder ein Fallrohr direkt über dem Schacht?
Gute Zeitpunkte sind nach dem Laubfall im Herbst und vor der Gewittersaison. Einen Fachbetrieb brauchst Du, wenn der Ablauf ungesichert an den Kanal geht, der Schacht abgesackt ist oder die Wand unter dem Fenster feucht wird.
Was Drainbee hier kann – und was nicht
Drainbee hängt nicht im Lichtschacht. Die Sonde misst den Pegel in einem Pumpensumpf oder einer Hebeanlage. Läuft Wasser durchs Fenster auf den Kellerboden und findet keinen Weg in den Schacht, sieht Drainbee davon nichts. Dafür ist ein Wassermelder unter dem Fenster die richtige Wahl.
Anders, wenn Dein Keller einen Pumpensumpf hat, in den der Raum oder die Drainage entwässert. Das BBK empfiehlt einen solchen Sumpf mit Tauchpumpe an der tiefsten Stelle. Steigt dort bei Starkregen der Pegel schneller, als die Pumpe ihn senken kann, oder fällt der Strom aus, meldet Drainbee das per Push oder Anruf-Alarm in der App.
Häufige Fragen
Wie schütze ich meinen Lichtschacht vor Starkregen?
Wie hoch muss ein Lichtschacht über dem Gelände liegen?
Mein Lichtschacht steht voll Wasser – was tun?
Zahlt die Versicherung, wenn Wasser durch den Lichtschacht kommt?
Quellen
- BBK: Starkregen – Schutz vor Naturgefahren (öffnet in neuem Tab)
- BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
- GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Hochwasser – Was tun bei Hochwasser? (öffnet in neuem Tab)