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Was ist ein Lichtschacht?

Ein Lichtschacht ist eine Vertiefung vor einem Kellerfenster, die Tageslicht und Frischluft in den Keller lässt. Bei Starkregen kann sich der Lichtschacht jedoch mit Wasser füllen und zur Schwachstelle werden: Wenn das Wasser über die Oberkante steigt oder der Ablauf verstopft ist, dringt es durch das Kellerfenster in das Gebäude ein.

Von Jonas Derissen, Geschäftsführer der Drainbee GmbH 5 Min. Lesezeit Aktualisiert

Auf einen Blick

Oberkante über Gelände (BBK)
15 cm
typische Wege fürs Wasser
5
der Wohngebäude ohne Elementarschutz
41 %
Ø Elementarschaden 2025 (GDV)
4.700 €

Aufbau: wohin das Wasser im Schacht abläuft

Lichtschächte sind Fertigteile aus Kunststoff oder Beton, die vor dem Kellerfenster an die Wand gesetzt werden. Oben liegt ein Gitterrost, unten muss das Regenwasser weg, das durch den Rost fällt. Dafür gibt es zwei Lösungen:

  • Versickerung: Der Boden des Schachts ist offen oder mit Kies gefüllt, das Wasser sickert ins Erdreich. Das klappt auf durchlässigem Boden. Auf Lehm oder bei hohem Grundwasser bleibt das Wasser stehen.
  • Ablauf mit Anschluss: Ein Ablauf im Schachtboden führt in die Drainage oder in die Grundleitung zum Kanal.

Die zweite Variante hat einen Haken, den viele übersehen: Liegt der Schachtboden unter der Rückstauebene und ist der Ablauf an den Kanal angeschlossen, kann bei Kanalrückstau Abwasser von unten in den Schacht steigen. Die Hochwasserschutzfibel des Bundes nennt für hochwasserbeständige Lichtschächte deshalb ausdrücklich eine Rückstausicherung im Ablauf.

Wie Wasser über den Lichtschacht in den Keller kommt

Der Versicherungsverband GDV nennt Lichtschächte ausdrücklich als einen der Wege, über die bei Starkregen Wasser ins Gebäude kommt. Typisch sind diese Fälle:

  • Oberflächenwasser läuft über den Rand: Die Oberkante liegt zu niedrig, oder das Gelände fällt zum Haus hin ab.
  • Der Ablauf ist verstopft: Laub, Erde und Kleintiere setzen ihn zu. Dann füllt sich der Schacht schon mit dem Regen, der durch den Rost fällt.
  • Rückstau durch den Ablauf: Kanalwasser steigt von unten in den Schacht, wenn der Ablauf ungesichert unter der Rückstauebene angeschlossen ist.
  • Schwallwasser vom Dach: Eine überlaufende Dachrinne über dem Schacht schüttet zusätzliches Wasser hinein.
  • Undichte Anschlüsse: Zwischen Schacht und Wand oder am Fenster selbst drückt Wasser durch, sobald es im Schacht steht.

Steht der Schacht voll, hält das Kellerfenster meist nicht lange. Normale Fenster sind dafür nicht gebaut; selbst hochwasserbeständige Fenster haben laut Hochwasserschutzfibel eine maximale Einstauhöhe. Ein einziger verstopfter Lichtschacht kann reichen, um einen Kellerraum unter Wasser zu setzen.

Was hilft: von der Laubabdeckung bis zum druckdichten Schacht

Einfach und günstig

  • Feinmaschiges Laubschutzgitter unter dem Rost oder eine Abdeckung gegen Regen
  • Ablauf und Kies regelmäßig von Laub und Schlamm befreien
  • Dachrinnen über dem Schacht abdecken, damit kein Schwallwasser vom Dach hineinläuft, so rät es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK)

Am Gelände

  • Lichtschächte mindestens 15 cm über die Geländeoberkante aufstocken (BBK)
  • Das Gelände so modellieren, dass Wasser vom Haus weg fließt
  • Prüfen, ob der Schacht in einer Senke oder einem Fließweg liegt; viele Kommunen veröffentlichen Starkregengefahrenkarten

Baulich

  • Ablauf unter der Rückstauebene mit Rückstausicherung ausstatten oder umschließen
  • Hochwasserbeständige, druckdichte Lichtschächte dicht an der Wand montieren lassen
  • Hochwasserbeständige Kellerfenster mit angegebener maximaler Einstauhöhe

Was Du selbst prüfen kannst

  • Ablauftest: Gieß einen Eimer Wasser in den Schacht. Ist er nach kurzer Zeit leer, ist der Ablauf frei. Bleibt eine Pfütze stehen, muss er gereinigt werden.
  • Höhe: Miss, wie weit die Oberkante über dem Gelände liegt, und schau, wohin Regenwasser auf Rasen, Terrasse oder Einfahrt fließt.
  • Ablauf-Anschluss: Frag nach oder schau in die Pläne, wohin der Ablauf führt. Geht er in den Kanal, und liegt der Schacht unter Straßenniveau, ist eine Rückstausicherung Pflichtthema.
  • Fuge und Fenster: Risse zwischen Schacht und Wand, poröse Fensterdichtungen, Feuchteflecken unter dem Fenster innen.
  • Dach: Liegt eine Dachrinne oder ein Fallrohr direkt über dem Schacht?

Gute Zeitpunkte sind nach dem Laubfall im Herbst und vor der Gewittersaison. Einen Fachbetrieb brauchst Du, wenn der Ablauf ungesichert an den Kanal geht, der Schacht abgesackt ist oder die Wand unter dem Fenster feucht wird.

Was Drainbee hier kann – und was nicht

Drainbee hängt nicht im Lichtschacht. Die Sonde misst den Pegel in einem Pumpensumpf oder einer Hebeanlage. Läuft Wasser durchs Fenster auf den Kellerboden und findet keinen Weg in den Schacht, sieht Drainbee davon nichts. Dafür ist ein Wassermelder unter dem Fenster die richtige Wahl.

Anders, wenn Dein Keller einen Pumpensumpf hat, in den der Raum oder die Drainage entwässert. Das BBK empfiehlt einen solchen Sumpf mit Tauchpumpe an der tiefsten Stelle. Steigt dort bei Starkregen der Pegel schneller, als die Pumpe ihn senken kann, oder fällt der Strom aus, meldet Drainbee das per Push oder Anruf-Alarm in der App.

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Häufige Fragen

Wie schütze ich meinen Lichtschacht vor Starkregen?
Die wichtigsten Punkte: Ablauf frei halten und Laubschutz einlegen, die Oberkante nach Empfehlung des BBK mindestens 15 cm über das Gelände bringen, Dachrinnen über dem Schacht abdecken und dafür sorgen, dass das Gelände vom Haus weg fällt. Geht der Ablauf in den Kanal und liegt er unter der Rückstauebene, braucht er eine Rückstausicherung. In gefährdeten Lagen kommen druckdichte Lichtschächte und hochwasserbeständige Kellerfenster infrage.
Wie hoch muss ein Lichtschacht über dem Gelände liegen?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BBK) empfiehlt, Lichtschächte mindestens 15 cm über die Geländeoberkante aufzustocken. Für Hauseingänge nennt es 15 bis 20 cm. Wichtig ist auch die Umgebung: Liegt der Schacht in einer Senke oder auf einem Fließweg, hilft mehr Höhe allein nicht immer. Dann lohnt ein Blick in die Starkregengefahrenkarte Deiner Kommune.
Mein Lichtschacht steht voll Wasser – was tun?
Zuerst die eigene Sicherheit: Steht schon Wasser im Keller, schalte dort den Strom ab und halte Dich nicht im Keller auf, so rät es das BBK. Ist der Keller noch trocken, schöpf oder pump den Schacht leer und mach den Ablauf frei. Kommt das Wasser von unten aus dem Ablauf, ist es vermutlich Rückstau aus dem Kanal; dann hilft Abpumpen erst, wenn der Kanal sich entspannt. Danach klären, warum: verstopfter Ablauf, zu niedriger Rand oder fehlende Rückstausicherung.
Zahlt die Versicherung, wenn Wasser durch den Lichtschacht kommt?
Nur, wenn Du eine Elementarschadenversicherung hast. Schäden durch Starkregen, Überschwemmung oder Rückstau sind laut GDV nicht in der normalen Wohngebäudeversicherung enthalten, sondern nur mit dem Zusatzbaustein. Rund 41 % der Wohngebäude in Deutschland haben ihn nicht. Der durchschnittliche versicherte Elementarschaden lag 2025 bei rund 4.700 €.

Quellen

  1. BBK: Starkregen – Schutz vor Naturgefahren (öffnet in neuem Tab)
  2. BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
  3. GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)
  4. BBK: Vorsorge und Handeln bei Hochwasser – Was tun bei Hochwasser? (öffnet in neuem Tab)

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