Sofortmaßnahmen: Was tun bei Wasser im Keller?
- Strom abschalten — Sicherungskasten für den Keller ausschalten. Stehendes Wasser und Strom sind lebensgefährlich.
- Wasser entfernen — Mit Pumpe, Nasssauger oder Eimer. Bei großen Mengen einen Fachbetrieb oder die Feuerwehr rufen.
- Schaden dokumentieren — Fotos und Videos vor dem Aufräumen für die Versicherung machen.
- Ursache feststellen — Pumpe defekt? Rückstau? Rohrbruch? Die Ursache bestimmt die nächsten Schritte.
- Versicherung informieren — Den Schaden unverzüglich melden, so verlangt es § 30 Versicherungsvertragsgesetz. Und alles Zumutbare tun, damit er nicht größer wird (§ 82 VVG).
Die häufigsten Ursachen für Wasser im Keller
- Pumpenausfall — Die Tauchpumpe oder Hebeanlage versagt, Wasser staut sich im Pumpensumpf und läuft über
- Rückstau aus der Kanalisation — Bei Starkregen drückt Wasser aus der überlasteten Kanalisation zurück in den Keller
- Starkregen & Oberflächenwasser — Wasser dringt durch Lichtschächte, Kellerfenster oder undichte Wände ein
- Steigendes Grundwasser — Drückt durch die Bodenplatte oder undichte Kellerwände
- Rohrbruch — Defekte Wasser- oder Heizungsleitungen im Keller
In Kellern mit Pumpensumpf oder Hebeanlage gehören Pumpenausfall und Rückstau zu den typischen Ursachen. Ein Pumpenausfall zeigt sich zuerst am steigenden Pegel im Schacht, also dort, wo ein Wasserstandssensor misst.
Wasser kommt durch die Bodenplatte
Wenn das Wasser nicht von oben oder aus einem Abfluss kommt, sondern aus dem Boden selbst, ist das ein eigenes Kapitel. Typische Stellen sind die Fuge zwischen Bodenplatte und Wand, Risse in der Platte, Rohrdurchführungen und alte Grundleitungen, die unter der Platte liegen.
Daran erkennst Du es:
- Das Wasser steht flächig im Raum oder tritt an der Wandfuge aus, ohne dass ein Ablauf übergelaufen ist
- Es ist klar und geruchlos, anders als Abwasser bei Rückstau
- Es kommt verzögert: nach langem Landregen, nach Schneeschmelze oder Wochen nach einem Hochwasser
- Feuchte Ränder ziehen von unten nach oben, nicht von oben nach unten
Dahinter steckt meist steigendes Grundwasser oder Stauwasser auf bindigem Boden, das von unten gegen die Platte drückt. Manchmal ist es auch eine defekte Leitung unter der Bodenplatte.
Was jetzt hilft: Wasser entfernen, Datum und Menge notieren, Fotos machen. Anstriche oder Dichtschlämme von innen sind keine Lösung gegen drückendes Wasser, sie verlagern das Problem nur. Eine Abdichtung gegen drückendes Wasser ist ein Fall für einen Fachbetrieb, siehe Kellerabdichtung. Kurzfristig sorgt ein Pumpensumpf als tiefster Punkt dafür, dass das Wasser gesammelt und abgepumpt wird, statt sich im Raum zu verteilen.
Keller auspumpen: so gehst Du vor
- Strom aus — die Sicherung für den Keller ausschalten. Nicht ins Wasser steigen, solange Steckdosen oder Geräte darin stehen.
- Pumpe wählen — für trübes Wasser mit Schlamm und Laub eine Schmutzwasser-Tauchpumpe, für die letzten Millimeter eine flachsaugende Klarwasserpumpe oder einen Nasssauger.
- Am tiefsten Punkt aufstellen — dort sammelt sich das Wasser. Auf einen Stein stellen, damit die Pumpe weniger Schlamm ansaugt.
- Ablauf planen — den Schlauch so verlegen, dass das Wasser weit genug vom Haus wegläuft und nicht zurücksickert.
- Strom sicher anschließen — Steckdose außerhalb des Wassers, mit FI-Schutzschalter.
- Nicht zu schnell leerpumpen — steht draußen noch hohes Grund- oder Hochwasser, drückt es gegen die dann leeren Wände. In dem Fall in Etappen abpumpen und Rat bei Feuerwehr oder Fachbetrieb holen.
- Trocknen — nach dem Auspumpen lüften, Estrich und Wände trocknen lassen, bei größeren Mengen Bautrockner einsetzen. Schimmel beginnt früh.
Bei großen Wassermengen, bei Abwasser oder wenn Heizung und Elektrik betroffen sind, ist das kein Heimwerkerthema. Dann Feuerwehr oder Fachbetrieb rufen.
Langfristiger Schutz vor Wasser im Keller
Einmalig aufräumen reicht nicht — ohne Ursachenbeseitigung passiert es wieder. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:
- Rückstausicherung prüfen — Ist eine Rückstauklappe vorhanden? Funktioniert sie? In vielen Kommunen ist sie Pflicht.
- Drainage warten — Verstopfte Drainagerohre sind eine häufige, unsichtbare Ursache
- Pumpe regelmäßig testen — Schwimmerschalter prüfen, Testlauf durchführen
- Wasserstand überwachen — Ein Sensor im Pumpensumpf erkennt Probleme, bevor der Keller voll läuft
- Kellerabdichtung prüfen — Besonders bei älteren Gebäuden können Risse und undichte Stellen entstehen
Wie Drainbee Wasser im Keller verhindert
Drainbee überwacht den Wasserstand in Deinem Pumpensumpf oder Deiner Hebeanlage rund um die Uhr. Steigt der Pegel über den Normalwert oder fällt die Pumpe aus, wirst Du sofort alarmiert — per Push-Benachrichtigung oder Anruf-Alarm in der Drainbee-App.
Gerade bei den häufigsten Ursachen für Wasser im Keller — Pumpenausfall und Rückstau — ist diese Frühwarnung entscheidend. Du reagierst, bevor der Keller voll läuft. Nicht danach.
Häufige Fragen
Wasser im Keller — was tun als Erstes?
Wer zahlt bei Wasser im Keller?
Wie verhindere ich Wasser im Keller nach Starkregen?
Muss ich Wasser im Keller der Versicherung melden?
Wasser im Keller durch die Bodenplatte: was steckt dahinter?
Wie pumpe ich das Wasser aus dem Keller?
Quellen
- GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)
- Verbraucherzentrale: Versicherungsschutz gegen Elementarschäden (2026) (öffnet in neuem Tab)
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG): § 30 Anzeige des Versicherungsfalles (öffnet in neuem Tab)
- Versicherungsvertragsgesetz (VVG) § 82: Abwendung und Minderung des Schadens (öffnet in neuem Tab)
- BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)