Zum Inhalt springen
Drainbee
Kaufen
Wissen · Ratgeber

Was ist eine Kellerabdichtung?

Die Kellerabdichtung umfasst alle Maßnahmen, die verhindern, dass Wasser und Feuchte von außen in den Keller dringen – von der Abdichtung gegen Bodenfeuchte bis zum Schutz gegen drückendes Grundwasser. Für Neubauten regelt das DIN 18533, deren Teil 1 im Juni 2026 neu erschienen ist. Fehlt die Abdichtung oder ist sie beschädigt, sind feuchte Wände, Salzausblühungen und Schimmel häufige Folgen. Vor jeder Sanierung muss die Ursache der Feuchte geklärt sein.

Von Jonas Derissen, Geschäftsführer der Drainbee GmbH 5 Min. Lesezeit Aktualisiert

Auf einen Blick

Wasserbeanspruchungsklassen (DIN 18533)
4
Grenze W2.1-E / W2.2-E
3 m
Bauweisen: weiße & schwarze Wanne
2
Neuausgabe DIN 18533-1
06/2026

Erst die Ursache, dann die Abdichtung

Nicht jede feuchte Kellerwand ist ein Abdichtungsproblem. Vier Ursachen sehen sich ähnlich, verlangen aber völlig unterschiedliche Lösungen:

  • Seitlich eindringendes Wasser durch eine fehlende oder beschädigte Außenabdichtung – typisch nach Regen, oft in Höhe des Geländes oder an Rohrdurchführungen.
  • Aufsteigende Feuchte aus dem Fundament, weil eine Horizontalsperre im Mauerwerk fehlt.
  • Kondenswasser, wenn warme Luft an kalten Wänden abkühlt – laut UBA besonders im Sommer ein Problem in Kellerräumen. Dagegen hilft keine Abdichtung, sondern richtiges Lüften.
  • Leitungswasser aus einem undichten Rohr – dann ist ein Installateur gefragt, kein Abdichter (siehe Rohrbruch).

Lass Dir keine Injektion oder Außenabdichtung verkaufen, bevor ein Sachverständiger die Feuchte gemessen und die Ursache benannt hat.

Die Regeln: DIN 18533 und die Wasserbeanspruchung

DIN 18533 hat 2017 die alte DIN 18195 für erdberührte Bauteile abgelöst; im Juni 2026 ist Teil 1 neu erschienen. Die Norm ordnet die Belastung in vier Klassen, die seit 2026 Wasserbeanspruchungsklassen heißen:

  • W1-E – Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser
  • W2-E – drückendes Wasser (W2.1-E bis 3 m Eintauchtiefe, W2.2-E darüber)
  • W3-E – nichtdrückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
  • W4-E – Spritzwasser und Bodenfeuchte am Sockel, Kapillarwasser in und unter Wänden

Je höher die Klasse, desto aufwendiger Material und Ausführung. Welche Klasse gilt, ergibt sich aus Baugrund und Bemessungswasserstand. Für die Sanierung im Bestand orientieren sich Fachbetriebe zusätzlich am WTA-Merkblatt 4-6 zum nachträglichen Abdichten erdberührter Bauteile.

Im Neubau: Weiße oder Schwarze Wanne

Im Neubau gibt es zwei Grundprinzipien. Bei der Weißen Wanne übernehmen Bodenplatte und Wände aus wasserundurchlässigem Beton Tragwerk und Abdichtung zugleich; maßgeblich ist die WU-Richtlinie des DAfStb. Bei der Schwarzen Wanne liegt eine separate Abdichtung aus Bitumen-, Kunststoff- oder flüssigen Abdichtungsstoffen außen auf dem Bauwerk; maßgeblich ist DIN 18533. Beide Bauweisen lassen sich auch kombinieren. Welche passt, hängt von Wasserbeanspruchung, Baugrund und geplanter Nutzung des Kellers ab.

Im Bestand: nachträglich abdichten

Außenabdichtung

  • Kellerwände werden abschnittsweise freigelegt, gereinigt und neu abgedichtet
  • Wirkt dort, wo das Wasser ankommt – technisch die sauberste Lösung
  • Aufwendig: Erdarbeiten, oft sind Terrassen, Wege und Leitungen im Weg

Innenabdichtung

  • Dichtschlämmen und Sanierputz auf der Raumseite
  • Ohne Erdarbeiten möglich, wenn außen kein Platz ist
  • Die Wand bleibt nass; das Wasser wird nur am Eintritt in den Raum gehindert

Horizontalsperre

  • Gegen aufsteigende Feuchte im Mauerwerk
  • Per Injektion oder mechanisch durch Einbau einer Sperrschicht
  • Hilft nicht gegen seitlich eindringendes Wasser

Ergänzend

  • Gelände vom Haus weg neigen, Fallrohre sauber ableiten
  • Lichtschächte dicht anschließen und entwässern
  • Eine Drainage nach DIN 4095 entlastet die Abdichtung, ersetzt sie aber nicht

Was Du selbst prüfen kannst – und wann ein Profi ranmuss

  • Wann wird es nass? Nach Regen, dauerhaft oder vor allem im Sommer? Das grenzt seitliches Wasser, aufsteigende Feuchte und Kondenswasser voneinander ab.
  • Wo? Ein Feuchterand in gleichbleibender Höhe deutet eher auf aufsteigende Feuchte, Flecken an Durchführungen oder in Geländehöhe eher auf eindringendes Wasser.
  • Hygrometer aufstellen und die Luftfeuchte über ein paar Wochen beobachten.
  • Außen nachsehen: Fallrohre, Gefälle des Geländes, Lichtschächte, Risse im Sockel.
  • Unterlagen zum Haus heraussuchen: Baujahr, Bauweise, frühere Sanierungen.

Einen Sachverständigen oder Fachbetrieb für Bauwerksabdichtung brauchst Du, sobald Wasser sichtbar durch die Wand kommt, Salze und Putzschäden zunehmen oder die Ursache unklar bleibt. Hol mehrere Angebote ein und achte darauf, dass jedes auf einer Feuchtemessung beruht.

Versicherung: Feuchte durch die Wand ist kein Elementarschaden

Eine undichte Kellerwand gilt als baulicher Mangel, nicht als versichertes Ereignis. Der GDV stellt klar: Aufsteigendes Grundwasser, das durch das Mauerwerk eindringt, deckt auch die Elementarschadenversicherung nicht ab. Versichert ist Grundwasser nur, wenn es an die Erdoberfläche steigt und von dort ins Haus läuft. Laut Verbraucherzentrale haften Eigentümer für Nässeschäden durch hohe Grundwasserstände selbst.

Anders sieht es bei Starkregen aus, der oberirdisch über Lichtschächte oder Kellertüren ins Haus läuft, oder bei Rückstau aus dem Kanal – das sind Elementarschäden, für die Du einen entsprechenden Baustein brauchst. Eine gute Abdichtung ist deshalb die eigentliche Versicherung für den Keller.

Wo Drainbee passt – und wo nicht

Drainbee misst keine Feuchte in der Wand. Sinnvoll ist es dort, wo eine Drainage in einen Pumpensumpf entwässert: Dann siehst Du in der App Pegel, Pumpenläufe und Zulauf und kannst vergleichen, wie viel Wasser nach ähnlichem Regen ankommt. Steigt der Zulauf über die Jahre deutlich, ist das ein Anlass, Abdichtung und Umfeld prüfen zu lassen. Und fällt die Pumpe aus, warnt Dich Drainbee, sobald der Pegel Deinen Schwellwert erreicht.

Drainbee ansehen – 298 €

Häufige Fragen

Was kostet eine nachträgliche Kellerabdichtung?
Pauschale Preise sind wenig belastbar, weil Methode, Wasserbeanspruchung, Zugänglichkeit und Hausgröße stark schwanken. Grundsätzlich ist eine Außenabdichtung wegen der Erdarbeiten deutlich aufwendiger als eine Innenabdichtung oder Horizontalsperre. Hol mehrere Angebote ein, die auf einer Feuchtemessung und einer klaren Ursache beruhen.
Weiße oder schwarze Wanne – was ist besser?
Keine ist pauschal besser. Die weiße Wanne aus WU-Beton vereint Tragwerk und Abdichtung und wird bei drückendem Grundwasser im Neubau häufig gewählt. Die schwarze Wanne eignet sich für gemauerte Keller, die nachträgliche Abdichtung und als zusätzliche Abdichtungsebene.
Wie erkenne ich eine mangelhafte Kellerabdichtung?
Typische Anzeichen sind feuchte Stellen am Wandfuß oder an Rohrdurchführungen, Salzausblühungen, abplatzender Putz, muffiger Geruch und Schimmel. Weil Kondenswasser und aufsteigende Feuchte ähnlich aussehen, sollte ein Sachverständiger die Feuchte messen, bevor saniert wird.
Ist Wasser durch eine undichte Kellerwand versichert?
In der Regel nicht. Laut GDV deckt auch die Elementarschadenversicherung kein Grundwasser ab, das durch das Mauerwerk eindringt; versichert ist es nur, wenn es an die Oberfläche tritt und von dort ins Haus läuft. Eine mangelhafte Abdichtung gilt als baulicher Mangel.

Quellen

  1. DIN Media: DIN 18533-1:2026-06 – Abdichtung von erdberührten Bauteilen – Teil 1 (öffnet in neuem Tab)
  2. DIN Media: DIN 4095-1:2026-06 – Baugrund – Einwirkungen auf erdberührte Bauteile durch Wasser im Baugrund und Dränung zum Schutz der Bauteile – Teil 1 (öffnet in neuem Tab)
  3. Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? (öffnet in neuem Tab)
  4. GDV: Elementarversicherung – Sind Schäden durch Grundwasser versichert? (öffnet in neuem Tab)
  5. Verbraucherzentrale: Grundhochwasser – die unterschätzte Gefahr (öffnet in neuem Tab)

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe