Zum Inhalt springen
Drainbee
Kaufen
Wissen · Ratgeber

Was ist Schimmel im Keller?

Schimmel im Keller ist fast immer ein Feuchteproblem. Schimmelsporen sind überall in der Luft; wachsen können sie nur dort, wo Oberflächen über längere Zeit feucht sind. Im Keller kommt das oft zusammen: kalte Wände, wenig Luftaustausch und manchmal eindringendes Wasser. Das Umweltbundesamt (UBA) beschreibt in seinem Schimmelleitfaden, wie man Befall erkennt, bewertet und saniert – und betont, dass zuerst die Ursache der Feuchte geklärt werden muss.

Von Jonas Derissen, Geschäftsführer der Drainbee GmbH 4 Min. Lesezeit Aktualisiert

Auf einen Blick

Raumluftfeuchte laut UBA
40–60 %
oberflächlich: selbst entfernen
< 0,5 m²
trocknen nach Wasserschaden (EPA)
24–48 h
Keller im Sommer lüften
Nachts

Typische Ursachen im Keller

  • Sommerkondensation: Warme, feuchte Außenluft strömt in den Keller und schlägt sich an den kalten Wänden nieder. Das UBA nennt das ausdrücklich als Ursache für Schimmel in Kellerräumen.
  • Fehlende oder defekte Abdichtung: Laut UBA haben Keller in Gebäuden aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und viele Nachkriegsbauten oft keine Außenabdichtung, sodass die Wände von außen durchfeuchten. Mehr unter Kellerabdichtung.
  • Aufsteigende Feuchte durch eine fehlende Horizontalsperre im Mauerwerk.
  • Wasserschäden: ein Rohrbruch, Rückstau, eine übergelaufene Pumpe – wenn das Wasser nicht schnell genug trocknet.
  • Nutzung: Wäsche trocknen ohne Lüftung, Kartons, Holz und Textilien direkt an der Außenwand.

Richtig lüften und Feuchte messen

Ein einfaches Hygrometer zeigt Dir, wie feucht die Kellerluft ist. Das UBA empfiehlt für die Raumluft eine relative Luftfeuchte zwischen 40 und 60 %. An kalten Außenwänden liegt die Feuchte direkt an der Oberfläche deutlich höher als in der Raummitte – deshalb wächst Schimmel zuerst in Ecken und hinter Schränken.

  • Im Sommer nachts oder in den kühlen Morgenstunden lüften, nicht tagsüber. Das rät das UBA ausdrücklich für Kellerräume.
  • Kellertüren zum Treppenhaus und zu Wohnräumen geschlossen halten, damit die Feuchte nicht ins Haus wandert.
  • Abstand zwischen Möbeln, Regalen und Außenwand lassen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Luftentfeuchter helfen bei Kondensfeuchte, beheben aber kein eindringendes Wasser.

Nach einem Wasserschaden: schnell trocknen

Eine feste Stundenzahl, ab der Schimmel sicher wächst, gibt es nicht – das hängt von Material, Temperatur und Feuchte ab. Klar ist aber die Richtung: Das UBA rät, nach Havarien wie einem Wasserrohrbruch oder einer Überschwemmung die betroffenen Materialien möglichst schnell zu trocknen. Die US-Umweltbehörde EPA wird konkreter: Werden nasse Materialien innerhalb von 24 bis 48 Stunden getrocknet, wächst in den meisten Fällen kein Schimmel.

Praktisch heißt das: Wasser absaugen, nasse Kartons, Teppiche und Polster aus dem Raum bringen, Entfeuchter und Ventilatoren aufstellen. Durchnässter Estrich, Dämmung oder Gipskarton lassen sich mit Hausmitteln kaum trocknen – hier braucht es eine Fachfirma für technische Trocknung.

Selbst entfernen oder Fachbetrieb?

Das UBA hält es für vertretbar, kleineren, nur oberflächlichen Befall – etwa unter 0,5 m² – selbst zu beseitigen. Voraussetzung ist, dass die Ursache bekannt und behoben ist. Nicht selbst sanieren sollten laut UBA Menschen mit Schimmelpilzallergie, chronischen Atemwegserkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

Wenn Du selbst ranmusst, empfiehlt das UBA:

  • Schutzhandschuhe aus Kunststoff, Atemschutz und eine Staubschutzbrille
  • staubarm arbeiten, Flächen vorher leicht befeuchten
  • Textilien und schwer zu reinigende Gegenstände vorher aus dem Raum bringen und Sporen nicht in andere Räume tragen

Bei größeren Flächen, tief ins Material gewachsenem Befall oder Schimmel, der nach der Reinigung wiederkommt, gehört die Sanierung in die Hand eines Fachbetriebs. Vorsicht bei Anbietern, die allein auf Desinfektionsmittel setzen: Das UBA rät vom großflächigen Einsatz solcher Biozide ab.

Gesundheit und Versicherung

Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen können laut UBA, über die Luft eingeatmet, allergische und reizende Reaktionen auslösen. Besonders empfindlich sind Allergiker, Menschen mit Atemwegserkrankungen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Bei Beschwerden ist der Hausarzt die richtige Adresse.

Versicherungsseitig kommt es auf die Ursache an. Schimmel durch Kondenswasser oder eine undichte Kellerwand ist weder ein Leitungswasser- noch ein Elementarschaden; durch das Mauerwerk eindringendes Grundwasser ist laut GDV auch mit Elementarschutz nicht versichert. Entsteht Schimmel nach einem Rohrbruch, sprich mit Deinem Versicherer, bevor Du sanierst, und dokumentiere den Zustand mit Fotos.

Was Drainbee beitragen kann – und was nicht

Drainbee misst keine Luftfeuchte und erkennt keinen Schimmel. Es überwacht den Wasserstand im Pumpensumpf und meldet sich, wenn er über Deinen Schwellwert steigt, der Strom ausfällt oder das WLAN wegbricht. Das hilft gegen eine bestimmte Schimmelursache: einen Keller, der unbemerkt vollläuft, weil die Pumpe ausgefallen ist – je früher Du davon erfährst, desto früher kannst Du trocknen. Gegen Kondensfeuchte und durchfeuchtete Wände helfen Hygrometer, richtiges Lüften und eine intakte Abdichtung.

Drainbee ansehen – 298 €

Häufige Fragen

Ist Schimmel im Keller gefährlich?
Er kann es sein. Laut Umweltbundesamt können eingeatmete Sporen und Stoffwechselprodukte allergische und reizende Reaktionen auslösen; Allergiker, Menschen mit Atemwegserkrankungen und Immungeschwächte sind besonders empfindlich. Außerdem zeigt Schimmel immer ein Feuchteproblem an, das die Bausubstanz schädigen kann.
Wie kann ich Schimmel im Keller vorbeugen?
Feuchte vermeiden: im Sommer nachts statt tagsüber lüften, die Luftfeuchte mit einem Hygrometer im Blick behalten (das UBA empfiehlt 40–60 %), Abstand zwischen Möbeln und Außenwänden lassen und Wasserschäden schnell trocknen. Dringt Wasser von außen ein, helfen nur eine funktionierende Abdichtung und Entwässerung.
Wie schnell entsteht Schimmel nach einem Wasserschaden?
Eine feste Frist gibt es nicht, sie hängt von Material, Temperatur und Feuchte ab. Die US-Umweltbehörde EPA nennt als Richtwert: Wird innerhalb von 24 bis 48 Stunden getrocknet, wächst in den meisten Fällen kein Schimmel. Das UBA rät allgemein, so schnell wie möglich zu trocknen.
Ab welcher Größe brauche ich einen Fachbetrieb?
Das UBA nennt kleinen, nur oberflächlichen Befall – etwa unter 0,5 m² – als Grenze dessen, was Du selbst entfernen kannst, wenn die Ursache behoben ist. Größere oder tiefgehende Schäden und Schimmel, der immer wiederkommt, gehören zum Fachbetrieb. Menschen mit Allergie, Atemwegserkrankung oder geschwächtem Immunsystem sollten generell nicht selbst sanieren.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden (2017, aktualisiert 2024) (öffnet in neuem Tab)
  2. Umweltbundesamt: Häufige Fragen bei Schimmelbefall (öffnet in neuem Tab)
  3. Umweltbundesamt: Wie lüfte ich richtig? (öffnet in neuem Tab)
  4. US EPA: A Brief Guide to Mold, Moisture and Your Home (öffnet in neuem Tab)
  5. GDV: Elementarversicherung – Sind Schäden durch Grundwasser versichert? (öffnet in neuem Tab)

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe