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Wissen · Ratgeber

Was ist ein Hochwasserschutz?

Hochwasserschutz umfasst alle baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, die ein Gebäude vor den Auswirkungen von Hochwasser und Überflutung schützen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse durch den Klimawandel gewinnt der Hochwasserschutz für Gebäude immer mehr an Bedeutung – nicht nur in klassischen Überschwemmungsgebieten, sondern auch in urbanen Lagen, die durch Starkregen gefährdet sind.

Von Jonas Derissen, Geschäftsführer der Drainbee GmbH 3 Min. Lesezeit Aktualisiert

Auf einen Blick

Schutzebenen im Zusammenspiel
3
Häusern mit Starkregenschaden 2002–21
1 von 10
der Wohngebäude ohne Elementarschutz
41 %
einmalig, kein Abo
298 €

Wie funktioniert es?

Hochwasserschutz für Gebäude lässt sich in drei Ebenen unterteilen. Die bauliche Ebene umfasst Maßnahmen wie eine druckwasserdichte Kellerkonstruktion (weiße oder schwarze Wanne), die Erhöhung von Lichtschächten und Kellerfenstern, den Einbau hochwassersicherer Türen und die Gestaltung des Geländes, sodass Wasser vom Gebäude weggeleitet wird.

Die technische Ebene beinhaltet Rückstausicherungen in der Kanalisation, Hebeanlagen für Abwasser unterhalb der Rückstauebene, Drainagesysteme mit Pumpensümpfen und automatische Pumpen. Hinzu kommen mobile Hochwasserschutzsysteme wie Dammbalkensysteme oder Sandsackersatz-Produkte, die bei Bedarf vor Türen und Fenstern eingesetzt werden.

Die organisatorische Ebene umfasst einen Hochwasser-Notfallplan, die Lagerung wertvoller Gegenstände oberhalb der Hochwassergrenze, das Vorhalten von Materialien zur Sofortabdichtung und die Installation von Frühwarnsystemen, die rechtzeitig alarmieren.

Besonders wichtig ist die Kombination aller drei Ebenen. Selbst die beste bauliche Abdichtung kann versagen, wenn die Entwässerungstechnik ausfällt. Und die beste Pumpe nützt nichts, wenn niemand bemerkt, dass sie nicht mehr arbeitet.

Wo anfangen? Die Hochwasserschutzfibel des Bundes empfiehlt, das Gebäude von Sachkundigen auf Eintrittswege prüfen zu lassen, zum Beispiel mit dem Hochwasserpass. Und nach einem Hochwasser gilt: Den Keller erst auspumpen, wenn draußen das Wasser tiefer steht als drinnen. Sonst drücken Wasserdruck und Auftrieb gegen die leeren Wände und die Bodenplatte.

Was hat das mit Drainbee zu tun?

Drainbee schließt eine entscheidende Lücke im Hochwasserschutz: die Überwachung der Entwässerungstechnik. Während bauliche Maßnahmen den passiven Schutz bieten, überwacht Drainbee aktiv, ob Deine Pumpen und Entwässerungssysteme einwandfrei funktionieren. Bei steigendem Wasserstand – sei es durch Hochwasser, Starkregen oder technische Defekte – wirst Du sofort alarmiert.

Zur Ehrlichkeit gehört eine Grenze: Drainbee misst nur im Schacht, braucht Strom und WLAN und hat keinen eingebauten Akku. Fällt bei Hochwasser der Strom aus, meldet die App den Ausfall, gemessen wird dann aber nicht mehr. Gegen Wasser, das über Lichtschächte oder Türen eindringt, hilft nur der bauliche Schutz.

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Häufige Fragen

Welche Gebäude brauchen Hochwasserschutz?
Grundsätzlich jedes Gebäude mit Keller, besonders in Überschwemmungsgebieten oder bei Hanglage. Aber auch in urbanen Gebieten kann Starkregen zu Überflutungen führen, die einen Hochwasserschutz notwendig machen. Laut GDV war zwischen 2002 und 2021 statistisch jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland von Starkregen betroffen, und rund 41 % der Wohngebäude haben keinen Elementarschutz.
Was kostet Hochwasserschutz für ein Einfamilienhaus?
Pauschale Preise gibt es nicht. Die Spanne reicht von einer Rückstausicherung über eine Drainage bis zur nachträglichen Abdichtung von außen, die meist am teuersten ist, weil rund ums Haus gegraben werden muss. Sinnvoll ist eine Begutachtung vorab, etwa mit dem Hochwasserpass oder durch einen Sachverständigen. Sie zeigt, wo das Wasser tatsächlich hereinkommt, und verhindert, dass Du Geld in die falsche Maßnahme steckst.
Gibt es Fördermittel für Hochwasserschutz?
Teilweise. Förderung für den Objektschutz am eigenen Haus kommt vor allem von Ländern und Kommunen, und die Programme ändern sich häufig. Manche Städte bezuschussen etwa Rückstausicherungen oder eine Beratung zur Überflutungsvorsorge. Frag bei Deiner Kommune nach und such in der Förderdatenbank des Bundes nach aktuellen Programmen für Dein Bundesland.
Was ist der Unterschied zwischen Hochwasser und Starkregen?
Hochwasser entsteht durch über die Ufer tretende Gewässer und steigt langsam an. Starkregen führt zu plötzlichen, lokalen Überflutungen durch Oberflächenwasser, das nicht schnell genug abfließen kann.

Quellen

  1. BMWSB: Hochwasserschutzfibel – Objektschutz und bauliche Vorsorge (2022) (öffnet in neuem Tab)
  2. GDV: Starkregenbilanz 2002 bis 2021: Bundesweit 12,6 Milliarden Euro Schäden (2023) (öffnet in neuem Tab)
  3. GDV: Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz (2026) (öffnet in neuem Tab)
  4. Förderdatenbank des Bundes: Förderprogramme von Bund, Ländern und EU (öffnet in neuem Tab)

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